Tourismusentwicklung

bigge01In heutiger Zeit können wir uns auch in Attendorn nicht mehr allein auf unsere Industrie und das Gewerbe verlassen.

Der Dienstleistungssektor und - vor allem hier im ländlichen Raum - der Tourismus und auch die Naherholung für die Einwohner müssen in Attendorn endlich ernst genommen und ausgebaut werden.

Nicht wie oft gesagt der Biggesee, sondern die Verantwortlichen in unserer Stadt müssen aus ihrem „Dornröschenschlaf“ erwachen.

Bündnis90/Die Grünen halten folgende Ziele für wesentlich:

  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität die Einwohner unserer Stadt
    (Motto: Wo wir uns wohl fühlen, fühlen sich auch unsere Gäste wohl)
  • Investition in Infrastruktur für Naherholung, Tages- und Feriengäste

Dies muss nachhaltig und umweltverträglich geschehen, z. B. durch:

  • Verbesserung der unhaltbar schlechten Bademöglichkeiten am See
  • Angebot anderer Freizeitaktivitäten
    (Fahrrad- und Tretbootverleih, Minigolf, Anlage, Pflege und Bekanntmachung von Lehrpfaden durch unsere schöne Landschaft etc.)

Abstimmung und vor allem Vernetzung der Attendorner Anbieter:

  • Werbe- und Wirtegemeinschaft
  • Attendorner Hanse
  • Personenschifffahrt
  • Biggesee GmbH
    Ruhrverband
  • Wandervereine etc.

mit dem gemeinsamen Ziel ein aufeinander abgestimmtes schlüssiges Konzept mit zeitgemäßen und individuellen Angeboten zu schaffen für:

  • unsere Einwohner
  • Tagesgäste
  • Senioren
  • Aktivurlauber
  • Familie mit kleinen bzw. größeren Kindern etc.

Das Resultat dieser Anstrengungen muss sein:

  • Schaffung und überregionale Bekanntmachung der „Marke Biggesee“
  • Bindung der Kaufkraft der Einwohner und Gewinnung neuer Gäste um neue Arbeitsplätze zu schaffen

Die Attahöhle ist ein geradezu klassisches weithin bekanntes Ziel für Tagestouristen, das jährlich mehrere hunderdtausend Gäste nach Attendorn lockt.

In Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen des Biggesees muss die Marke Biggesee in Verbindung mit der Attahöhle und Verknüpfung mit umweltverträglichem Wassersport, Wandern und weiteren Freizeitaktivitäten überregional bekannt gemacht und beworben werden.

Mit der privaten Initiative der Investoren Haus Platte, Attahöhle und Personenschifffahrt zur Einrichtung des Bähnchens „Biggolino“ von der Attahöhle hinauf zum neuen Ausflugspavillon auf dem Biggedamm ist ein guter Anfang gemacht. Rat und Verwaltung der Stadt und die anderen Verantwortlichen sollten nicht dabei verharren, dieser privaten Initiative keine Steine in den Weg zu legen, sondern endlich selbst aktiv werden.

Attendorn und Biggesee im Dornröschenschlaf

Die Verantwortlichen in und um Attendorn (Verwaltung, Attendorner Hanse, Wirte- und Werbegemeinschaft, Biggesee GmbH etc.) haben die Weiterentwicklung eines zeitgemäßen Tourismus und der Naherholung für die Einwohner sträflich vernachlässigt.

sauerlaender_domBei der Planung und dem Bau des Biggesees standen neben der wasserwirtschaftlichen Bedeutung als Zielgruppe die Arbeiter und Kumpels aus dem Ruhrgebiet im Vordergrund, die damals meist sogar ohne Auto zum Campen kamen und mit der Erholung und Baden ohne weitere Freizeitangebote zufrieden waren. Diese Zielgruppe existiert heute praktisch nicht mehr. Auch die früher häufigen holländischen Gäste fahren heute meist an Attendorn vorbei.

Die Einwohner der Stadt Attendorn wurden bei der Planung und dem Bau des Biggesees und auch bei der späteren Ausgestaltung nicht mit eingebunden. Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich unterbeleibt bis heute fast völlig. Deshalb ist die Identifikation der Einwohner mit dem Biggesee mangelhaft. Man spricht von der „Sperre“, wenn der Biggesee gemeint ist. Der Biggesee wurde in einem Gutachten der Universität Gießen aus Ende 2007 als „Nicht-Ort“ definiert, der Zitat: „sich ausschließlich über seine (wasserwirtschaftliche) Funktion bestimme und keine eigene Identität besitze“.

Der rasante wirtschaftliche Aufstieg Attendorns in den letzten Jahrzehnten hat dazu geführt, dass notwendige Investitionen im Tourismus unterblieben. Die Verantwortlichen der Stadt Attendorn haben es offensichtlich bis jetzt nicht nötig, sich den geänderten Bedürfnissen unserer Gäste und auch dem Wunsch unserer Einwohner nach Naherholung anzupassen. Es heißt heute häufig der Biggesee liege im „Dornröschenschlaf“. Das ist eine milde Umschreibung dafür, dass die verantwortlichen Stellen in den letzten Jahren geschlafen haben.

Andere Kommunen machen uns schon lange vor, wie man sowohl Ferientouristen, wie auch Tagesgäste erfolgreich an den Urlaubsort bindet. Es ist für Attendorner Ohren sicher schmerzlich zu hören, aber obwohl Olpe mit dem Vorstaubecken den landschaftlich objektiv weniger attraktiven Teil des Biggesees besitzt, wird dieser sowohl für die Einwohner, als auch für die Gäste deutlich besser präsentiert und genutzt. Wenn man in die weitere Region schaut, fällt der Sorpesee ins Auge. Dort wird die Marke Sorpesee überregional von den angrenzenden Kommunen gemeinsam vermarktet. Die Marke Biggesee existiert dagegen überregional praktisch nicht. Am Sorpesee gibt ein einheitliches Konzept, in dem Tagesgäste, Familien mit Kindern und Jugendlichen, Aktivurlauber, Senioren etc. mit spezifischen Angeboten individuell angesprochen werden.

Wer bietet ähnliche Aktivitäten in Attendorn an? Wo kann ich mich als Tagestourist, als Familie, als Wanderer oder Surfer, als Skilangläufer im Winter, als älter Mensch kompetent über Freizeit und Erholungsmöglichkeiten informieren? Fragen, die sich sowohl Attendorner wie Gäste stellen.

Informationen zum Autor:

Marius Becker wurde 1964 in Unna geboren. Nach dem Studium der Humanbiologie arbeitete er zunächst in der medizinischen Grundlagenforschung. Parallel zu einem Zusatzstudium der Ökologie und danach arbeitete er als Umweltgutachter insbesondere für chemische und biologische Schadstoffe in Gebäuden. Nach Heirat wurde Marius Becker 2002 Bürger der Stadt Attendorn. Seit der Adoption zweier Mädchen ist er zurzeit Hausmann.